I am grateful

21 Oct 2017

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Ich lasse meinen Blick schweifen. Um mich herum sind die Gipfel anderer Berge zu erkennen. Die Sonne wärmt die kalte Luft langsam auf. Der Himmel ist klar. Für einen Moment halte ich inne und geniesse diesen Moment. Kurz rufe ich mir den Weg bis hierher ins Bewusstsein.
I let my eyes wander. Besides I can recognize the summits of other mountains. The sun is slowly warming the cold air. The sky is clear. For a moment I stop and enjoy this moment. Quickly I recap the way so far. 
Ich habe es bis auf den Gipfel von Deutschlands höchstem Berg geschafft. Ein tiefes Glücksgefühl durchströmt mich. Gleichzeitig bin ich unendlich dankbar. Für meinen gesunden Körper, für den leckeren Kaiserschmarrn, für die ganzen Gespräche, für Leute, die mir mit ihrer Arbeit einen einfacheren Aufstieg ermöglicht haben, für die Tatsache, dass ich hier stehen kann. In den letzten Stunden habe ich das Gefühl von Erschöpfung & Anstrengung lieben gelernt. Wenn die Oberschenkel brennen und der Schweiss fliesst aber man trotzdem immer weiter macht bis man oben ankommt, hat man allen Grund stolz zu sein. Das sieht man den vielen erschöpften aber glücklichen Gesichtern an. Im Gegensatz zu all jenen die mit High-Heels und Rock vor dem Gipfelkreuz posieren, verbindet die anderen etwas.
Heute ist die Sicht gut und ich erkenne nicht nur das Alpenpanorama im Umland sondern auch die alte Talstation der Gondelbahn. Bald wird sie durch eine neue ersetzt und der bequeme Tourist schafft es noch schneller auf den Gipfel. Um mich herum werden es langsam immer mehr Menschen. Unter die Wanderer und Kletterer mischen sich zunehmend viele, die sich mit der Gondel auf den Weg gemacht haben. Für mich ist der Gipfel nur die Spitze auf dem Eisberg. Zwar genieße ich den Moment, als ich mit meiner Hand über die kalte Oberfläche des goldenen Gipfelkreuzes streiche, aber das ist es nicht, was das Wandern für mich ausmacht. Es ist mehr, als nur ein kurzer Moment wie dieser.
Der rauschende Gebirgsbach, der sich seinen Weg durch jahrhundertealte Felsen bahnt. Die Schafherden, die bimmelnd durch das zerklüftete Gelände klettern. Die kleine lila Blume, die inmitten der kargen Landschaft blüht. Die frische Luft. Die Geräusche der Natur und ansonsten Stille.  Die Berge, die im Licht der aufgehenden Sonne rosa erscheinen. Der erste Schluck aus der Wasserflasche. Brennende Muskeln. Der keuchende Atem und der verzweifelte Blick auf das, was man noch vor sich hat. Die innere Stimme, die einem "Du schaffst das!" zuflüstert. Das Grinsen, wenn man oben ankommt. Zufriedenheit. Erschöpfung. Stolz. Schmerzen. Einigkeit.
Solche Momente geben mir Kraft. Ich bin dankbar, dass ich all das erleben darf.
I made it to the top of Germany's highest mountain. A deep feeling of happiness fills my body. At the same time I'm incredibly thankful. For my healthy body, for the delicious 'Kaiserschmarrn', for all the  conversations, for the people who made my way easier, for the fact that I am able to stand here. In the last hours I learned to love the feeling of exhaustion and effort. When your legs are burning and you're sweating like crazy but continue until you make it to the top, you have every reason to be proud of yourself. You can see this in all the tired but happy faces. In contrast to those who pose with skirt & high-heels in front of the summit cross, something connects all the others.
Today the sight is good and I can not only recognize the panorama of the alps but also the old valley station of the cable way. Soon it will be replaced by a new one and the direct way to the summit will be much faster. Around me, more and more people are coming. Apart from the hikers and climbers the number of those who took the cable car is also increasing. For me, the summit is just the tip of the iceberg. Even though I enjoy the moment when I touch the cold surface of the golden summit cross, it's something else that fascinates me about hiking. More than just a short moment like this.
The turquoise mountain stream that made its way through centuries-old rocks. The herd of sheep that is climbing over the rugged landscape. The small purple flower which blooms midst barren landscape. The fresh air. The sounds of nature and apart from that only silence. The mountain which seem pink in the rising sun. The first swallow out of the water bottle. Burning muscles. The wheezing breath and the desperate look on the way you still have to make. The inner voice that whispers "You will make it!". The smile when you arrive at the top. Satisfaction. Exhaustion. Pride. Pain. Unity.
Such moments give me strength. I am grateful that I can experience all this.
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on the way to the Zugspitze, Germany

5 comments:

  1. Wahnsinnig beindruckende Bilder...da fange ich sogar vor meinem Laptop an zu Träumen. Unglaublich wie schön Deutschland eigentlich ist. Ich wünsche dir ein schönes Restwochenende.
    Liebst
    http://www.instylequeen.de/

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  2. Tolle Impressionen, tolles Deutschland. Hab noch ein tolles Restwochende. Liebst, http://cara-dean.blogspot.de

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  3. Tolle Impressionen, tolles Deutschland. Hab noch ein tolles Restwochende. Liebst, http://cara-dean.blogspot.de

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  4. Wirklich tolle Fotos. Die Gedanken kann ich echt nachvollziehen. Ich war zwar noch nicht auf der Zugspitze, aber vor kurzem auf dem Brocken und Feldberg.

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  5. Ja dieses Gefühl kenne ich nur zu gut, wenn wir in den französischen Alpen wandern waren. Unglaublich befreiend und fern von der "normalen" Welt. Tolle Eindrücke!

    Liebste Grüße,
    Carmen <3

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